Moggadodde by H.Lugner
Umsonst, aber nicht vergebens
Geschrieben am 25. Juni 2011 | Abgelegt unter Daily Soap
Natürlich: Kaum war ich auf dem Parkplatz angekommen, hing die dickste und dunkelste Wolke des Tages genau über dem Festivalgelände. Das Umsonst & Draußen Würzburg und Regenwetter gehören ja seit Jahren untrennbar zusammen. Willst du ein Grillfest zuverlässig wieder absagen müssen? Ganz einfach: Leg’s einfach auf das U&D-Wochenende!
Beim Betreten dachte ich zuerst, auf dem U&D würde nicht nur musiziert, sondern auch gefoltert. Genauso hörte sich das an, was meine Ohren von einer Bühne aus unversehens ansprang. Zum Glück für meine Eltern habe ich das Alter für “Metalcore” in meiner Vita behände übersprungen und “aggressive Screams” hatte ich mit einer gerade der Pubertät entwachsenen Tochter genug für ein ganzes Leben. Die Zuschauer waren angetan. Ich war nur eins: Schnell weg.
Rechtzeitig zur nächsten Darbietung auf der Draußen-Bühne hatte der Himmel ein Einsehen. Die Beschreibung der Band machte mich neugierig, der Name sprach aber schon für sich: Johnny Crash. Wie würden die Songs des großen, schwarzen Mannes klingen, wenn sie im etwas rustikaleren AC/DC-Style intoniert würden? Ich sag’s gleich: Großartig!
Die rotzig-freche Stimme, immer leicht ins Hysterische abdriftend, passt natürlich zu den akkuraten, kraftvollen Klängen, die Fans der verstärkten E-Gitarre erfreuen. Gepaart mit den allseits bekannten Cash-Songs sind sie allerdings genial anzuhören. Wo mir AC/DC schon wieder auf den Geist gehen und The Man in Black mit seinem Trotz und/oder Traurigkeit nervt, von Johnny Crash zusammengeführt trifft beides genau in mein Geschmackszentrum. Spaßig war auch, dass der Sänger eine leichte Ähnlichkeit mit einer anderen Musikgröße aufwies: Johnny Cash-Songs im AC/DC-Style, vorgetragen von einem Sänger, der ein bisschen aussieht wie Phil Collins: Das war famos und hat mich richtig gut unterhalten!
Johnny Cashs Songs werden von AC/DC gespielt.
Sakrileg? Geht gar nicht ? Geht sogar sehr gut.
Man könnte meinen, es muss so sein.
Was haben Johnny Cash und Bon Scott gemeinsam?
Beide sind am Ende des „Highway to Hell“ angekommen.
Beide liebten und lebten ihre Musik. Traditionelle Cash
Songs gespielt mit der Kompromisslosigkeit australischen
Pubrocks der 70's im Stil von AC/DC und Rose Tattoo.
Eingängige Songs perfekt arrangiert, gepaart mit
Dynamik,ungeheurer Energie und einer Stimme mit
Wiedererkennungswert. Gespielt von fünf Musikern,
die nach jahrelanger Studio- und Liveerfahrung nun gemeinsam ihren Helden huldigen.gemeinsam ihren Helden huldigen.
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